Bei der Suchmaschinen-Optimierung denken die meisten von uns an Keywords und relevanten Content, aber die Wenigsten an die Bilder auf der Website. In diesem Beitrag zeige ich im Gespräch mit Stefan Minder von cab, was die Bilder auf der eigenen Website tun können, um das Ranking zu pushen. Hier erfahren Sie, was Bilder-SEO bedeutet und wie Sie schon mit zwei simplen Massnahmen das Ranking Ihrer Website positiv beeinflussen.

Guillermo Garcia
Senior Texter
Stefan Minder
Stefan Minder
Project Manager & Developer Web Solutions cab

Was ist Bilder-SEO?

Man hört und liest ja viel über SEO und wie wichtig es ist, die Texte im Web so zu optimieren, dass die eigene Site ein besseres Ranking erhält. Kürzlich bin ich über den Begriff Bilder-SEO gestolpert. Was ist damit gemeint?

Stefan Minder: Die auf der Website aufgeführten Bilder sind äusserst wichtig. Diese werden von Google ebenfalls indexiert und fliessen ins Ranking der Site mit ein. Gleichzeitig werden die Bilder auch in der Google Bildersuche dargestellt, was ebenfalls Einfluss auf das Ranking haben kann. Die Bilder müssen dafür aber unbedingt korrekt eingebunden werden. Wenn die Bilder zum restlichen Content in Verbindung stehen, also nicht einfach bloss «Hintergrundrauschen» sind, sondern ebenfalls einen Hinweis auf die Relevanz beinhalten, kann Google das als Rankingfaktor ansehen.

Warum sind Bilder wichtig für Suchmaschinen?

Bilder sind also für Suchmaschinen ebenfalls wichtig. Wie funktioniert das?

Stefan Minder: Bilder können helfen, wenn sie lesbar sind. Google erkennt ja nur, dass da ein Bild auf der Site platziert ist. Wenn das Bild aber nicht richtig angeschrieben wird, nicht mit der nötigen Information, das heisst mit den Metadaten versehen ist, erkennt Google nicht, wie relevant es ist. Ein Bild wird also erst für die Suchmaschine wichtig, wenn sie es «lesen» kann. Mehr noch: Ist es korrekt beschriftet, kann es sogar das Ranking positiv beeinflussen.

Inwiefern?

Stefan Minder: Google kann die Bilder auch in seiner Bildersuche auflisten. Wenn man nach Bildern sucht und sich die Suchbegriffe mit den Schlüsselbegriffen unserer Bilder decken, entsteht dabei eine zweite Quelle, aus der Traffic generiert wird. Werden via Bilder zusätzlich Klicks auf meine Site generiert, merkt das Google und verbessert das Ranking.

Ist ein Bild korrekt beschriftet, kann es das Ranking positiv beeinflussen.

Stefan Minder

Was sind die wichtigsten Rankingfaktoren?

Was sind denn die Rankingfaktoren bei Google? Man weiss ja, dass Meta-Keywords nicht von Google fürs Ranking berücksichtigt werden.

Stefan Minder: Die Rankingfaktoren – und das findet man in allen einschlägigen Blogs zu SEO oder kann man bei Google nachfragen – sind folgende:

– Umliegender Text
– Bild-URL (Dateiname)
– Alt-Texte (also die alternativen Texte, auch Alt-Attribute oder Alt-Tags)
– Bildgrösse (und Versionen)
– Mehrfachverwendung
– Titel-Texte (Text, der als Mouse-over-Einblendung erscheint)

Dabei sind die Alt-Texte der wichtigste Rankingfaktor von allen. Also, der Text, der das Bild beschreibt, falls ein Browser es mal nicht anzeigt oder ein Programm den Bildinhalt vorliest – Stichwort: Barrierefreiheit. Wer Alt-Texte korrekt hinterlegt, ist schon recht gut bedient.

Was ist noch wichtig?

Stefan Minder: Der «umliegende Text», also wenn der Text auf der Website passende Bilder enthält, kann auch helfen, das Ranking zu verbessern. Mit «umliegendem Text» sind Bildunterschriften oder Copy unmittelbar vor oder nach dem Bild gemeint. Hier empfehlt es sich, diese Bild-nahen Texte mit entsprechenden Keywords zu versehen. Besonders für Bildunterschriften ist das sinnvoll.

Wie steht es mit dem Namen des Bildes? Wie wichtig ist er?

Stefan Minder: Nicht ganz so wichtig wie die Alt-Attribute. Aber vielleicht sollten wir hier klarstellen, was genau mit «Name des Bildes» gemeint ist. Es handelt sich um die korrekte Beschriftung der Bilddatei. Niemand kann etwas mit einem Bildnamen «img1234.jpg» anfangen. Auch Google nicht. Von daher macht es Sinn, Bildbenennungen zu wählen, die Rückschlüsse auf den Inhalt der Bilddatei zulassen.

Was muss man bei der Beschriftung der Bilddateien beachten?

Stefan Minder: Sie sollen aussagekräftig sein, selbstredend. Beispiel: Ich habe ein Bild von einem Smartphone. Also steht als Dateiname: «smartphone.jpg.» Eventuell kann man es noch differenzieren, falls es noch weitere Aufnahmen gibt: zum Beispiel: «smartphone-mit-kunden-app.jpg» oder ähnlich.

Mann haelt Smartphone mit einer Map-Applikation.
Das Bild zum oben beschriebenen Beispiel

Wenn ich möchte, dass ich für das Smartphone gefunden werde, macht es Sinn, die genaue Bezeichnung desselben zu schreiben. Zum Beispiel: «iphone-11-pro-sg.jpg». Wichtig: Es gibt Konventionen, die bei der Beschriftung berücksichtigt werden müssen: Keine Sonderzeichen, keine Umlaute und keine Leerschläge. Also zum Beispiel nicht: «fussgängerzone in Zürich.jpg», sondern «fussgaengerzone-in-zuerich.jpg».

Was ist mit den anderen Faktoren wie Bildgrösse?

Stefan Minder: Bildgrösse ist ein Thema für sich. Alleine schon wegen der Darstellung in Social Media und den unterschiedlichsten Endgeräten bleibt die Bildgrösse immer ein weites Feld, Stichwort: responsive Bilder. Doch für die SEO gilt es vor allem, folgende Faktoren zu beachten:

– Thumbnails werden in der Bildersuche benachteiligt. Darum immer volle Breite verwenden und die Bilder in der Grösse abspeichern, in der sie auch tatsächlich gezeigt werden, mindestens 400×300 Pixel.
– Aber: Zu schwere respektive grosse Bilder brauchen eine längere Ladezeit, vor allem auf Mobile-Geräten, und die spielt bei SEO auch eine Rolle. Darum sollte man die Bilder immer runterrechnen.
– Auch das Format spielt eine Rolle: Am Desktop sind Bilder im 4:3 auffälliger; im Mobile werden hochformatige Bilder grösser dargestellt. Das bedeutet: Bilder am besten in verschiedenen Versionen ablegen und je nach Endgerät bzw. Bildschirmgrösse ausgeben.

Was geschieht eigentlich mit Text im Bild oder auf Videos?

Stefan Minder: Tatsächlich erkennt Google Bildinhalte nicht nur anhand der Metadaten. Und das immer besser. Google kann den Text auf Bildern auch lesen. Ich nehme an, dass die Fonts und Schriften dabei eine Rolle spielen. Tatsache ist auf alle Fälle, dass Google die Bildtexte ebenfalls auswertet. Soviel ich weiss, spielen sie jedoch fürs Ranking (noch) keine Rolle.

Hui, das waren jetzt eine Menge Punkte, die man sich merken muss.

Stefan Minder: Na ja, am wichtigsten merkt man sich die Bildbeschreibung – also den Alt-Text – und die Bildbeschriftung – sprich: den Dateinamen des Bildes –, dann hat man schon eine gute Ausgangslage. Vor allem sollte man sich den Alt-Text merken. Er spielt die wichtigste Rolle im Ranking. Man kann sich natürlich vertiefter mit der Materie auseinandersetzen. Doch mit der korrekten Beschriftung von Alt-Tags ist schon viel erreicht.

Zusammenfassung

– Bilder sollten korrekt beschrieben (Alt-Tag) und beschriftet (Dateiname, Titel-Tag) sein
– Keywords integrieren, aber nicht spam-mässig häufen
– Auf das Verhältnis zwischen Bildqualität und Dateigrösse achten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.