Hand aufs Herz – wissen Sie, wo und auf wen Ihre Domain registriert ist? Und haben Sie die erforderlichen Zugangsdaten, damit Sie im Falle eines Falles Änderungen vornehmen (lassen) könnten? Verschaffen Sie sich hier einen Überblick und lernen Sie, was Sie beachten sollten, um Ihrem Hosting und Ihrer Domain «Herr» zu werden.

Ein Case aus der Praxis

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Wir erhalten den Auftrag, für eine zehnjährige Webseite einen komplett neuen Auftritt umzusetzen. Bei der Projektplanung stellt sich allerdings heraus: Wir können weder auf Domain noch das Hosting zugreifen! Hört sich unwahrscheinlich an? Passiert in unserem Arbeitsalltag aber öfter, als Sie vielleicht denken. Wie kann das sein?

Nehmen wir an, eine Madame X hat vor zehn Jahren mit ihrer Email-Adresse und ihren privaten Adressdaten die Domain «ihrefirma.ch» bei Switch registriert. Zu dieser Domain hat ein Bekannter – Mr. Z – eine Webseite gemacht. Das Hosting dafür hat er auf seinen eigenen Account bei superhost.ch gebucht, weil das einfach und schnell ging. Vor ein paar Jahren hat Madame X allerdings die Firma verkauft und ist nach Kanada ausgewandert. Mr Z hat zwischenzeitlich Telefonnummer und Email-Adresse geändert. Wir sollen für die «neue alte» Firma jetzt die Webservices auf Vordermann bringen. Aber die Kontaktdaten sind nicht mehr aktuell, und das bedeutet für uns: Kein Zugriff auf die Domain. Kein Zugang zum Hosting.

Domain und Hosting, was ist das eigentlich genau?

Aber Moment, lassen Sie uns zunächst zwei Grundbegriffe erklären: Hosting meint den Server, der Ihre Webservices, z.B. Webseite, E-Mail oder Online-Datenbank «hostet», also beherbergt. Hier sind ihre Webservices gespeichert und abrufbar. Ein Hosting wird meist erst so richtig brauchbar, wenn es via Domain – also einer Internetadresse – gefunden werden kann. Je nach Webapplikation kann es durchaus Sinn machen, diese direkt vom Service-Anbieter (Webagentur, App-Programmierer etc.) betreiben zu lassen und sich in diese Lösung einzumieten. Solange man die Domain im Griff behält, ist das kein Problem.

Was können wir machen?

Fälle wie das obige Beispiel sind zwar lösbar, aber zeit- und damit für den Kunden kostenintensiv, denn es ist gewissermassen Spurensuche notwendig: Zunächst ist es das Wichtigste, die Domain zu sichern, da sie der Schlüssel zu allen weiteren Schritten ist. Wie geht das? Über nic.ch lässt sich herausfinden, auf wen die Domain effektiv eingetragen ist. Dort finden wir wichtige Informationen wie z.B. auch den Registrar (Ah, von dem ist die Rechnung, bei der wir uns jedes Jahr sagen, dass wir sie endlich umschreiben sollten!). Das ist unser Ansprechpartner. Jeder Registrar ist verpflichtet, einen Kundendienst zu betreiben. Wir nehmen also Kontakt auf, um das weitere Vorgehen anzufragen. Ist eine Webseite unter der Domain noch aktiv, dann reicht oft ein eingeschriebener Brief mit Handelsregisterauszug, um die Halterdaten anpassen lassen. Damit wäre der wichtigste Schritt getan.

Als nächstes müssen wir das Hosting «zurückerobern». Auch hierzu finden wir die wichtigsten Informationen bei nic.ch. Bei der Abfrage der Domain werden auch die Nameserver sowie ein technischer Kontakt angezeigt. Letzterer muss zwar nicht unbedingt mit dem Hosting etwas zu tun haben, es könnte sich auch um den Halter handeln, aber die Nameserver führen uns auf die richtige Spur. Hier sehen wir im obengenannten Fall z.B. «ns1.superhost.ch» – ergo müssen wir den Halter von superhost.ch ausfindig machen. Meist betreibt ein Hoster unter dieser Domain eine Webseite, auf der wir einen Kontakt finden. Ansonsten lässt sich auch via nic.ch nachschlagen, wer sich hinter «superhost.ch» verbirgt – oder wir suchen eine Rechnung (meist ist das die, bei der man sich immer wieder fragt, wofür das nochmal ist), darauf sind die Kontaktdaten ebenfalls vermerkt. Auch hier empfiehlt es sich, mit dem Hosting-Anbieter in Kontakt zu treten und das Problem so zu lösen.

Der schnelle Weg

Geht das nicht auch schneller, fragen Sie sich jetzt? Doch, es gibt eine schnelle und einfache Alternative: Wir können beim Registrar die Nameserver auf ein beliebiges, neues Hosting umschreiben. So gehen aber die bestehenden Daten beim alten Hosting verloren und das macht den Job entsprechend auch wieder aufwändiger.

So haben Sie Ihre Domain im Griff

Auf wen ist eine Domain im Idealfall also registriert? Wichtig ist vor allem, dass die hinterlegte Kontakt-Emailadresse für die Firma immer zugänglich ist. Am besten lautet die Domain also auf den/die Inhaber/in einer Firma, auf die IT-Abteilung oder eine sonstige «neutrale» interne Stelle. Schwierig ist es, wenn die Person, welche die Domain «damals» reserviert hat, den Job wechselt und nicht mehr zu kontaktieren ist. Ein Fall, der uns oft begegnet. Das gilt auch, wenn eine Agentur die Domain reserviert hat, dann aber zum Beispiel den Namen gewechselt und damit den Kontakt gewechselt hat. Sie sparen also Zeit, Geld und Nerven, wenn Sie den Zugriff auf Ihre Domain und Ihr Hosting jederzeit im Griff behalten.

5 Punkte, die Sie beachten sollten

  1. Domain überlegt registrieren

    Wenn Sie die Registrierung selber vornehmen oder ein Partner dies auf Ihre Firma macht, sind Sie auf der sicheren Seite. Von Agenturen darf und sollte man sich Domainnamen überschreiben lassen, falls sie bereits die Registrierung vorgenommen haben.

  2. Kontaktierbar bleiben

    Es lohnt sich, Domainnamen auf die Firma zu registrieren. So stellt man sicher, dass man sich immer eine E-Mail mit den Zugangsdaten senden lassen kann. Idealerweise ist dies übrigens eine Weiterleitungsadresse, damit man den Empfänger anpassen kann (sollte z.B. mit der Zeit jemand anderes das Amt übernehmen). Es empfiehlt sich auch, eine Adresse mit einer anderen Domain zu wählen, sodass man bei Problemen mit der Domain, die den E-Mail-Verkehr beeinträchtigen, trotzdem an seine Zugangsdaten kommen kann.

  3. Hosting auf die Firma

    Auch das Hosting sollte über eine Weiterleitungsadresse auf die Firma laufen, sodass man auch hier jederzeit die Zugangsdaten anfordern und an einen gewünschten Empfänger senden lassen kann.

  4. Zentrale Verwaltung

    Hat man mehrere Domains, lohnt es sich, diese zentral zu verwalten – so behält man den Überblick und bei Personalwechsel kann eine geordnete Übergabe stattfinden. Ansonsten riskiert man, dass Domains „vergessen” gehen könnten.

  5. Vorbereitung spart Ärger

    Es zahlt sich aus wenn man sich mit der Thematik beschäftigt und eventuelle Probleme aus der Welt schafft, ohne unter Druck zu sein. Der neue Auftritt ist bereit – jetzt “nur” noch schnell alles aufschalten…? Ärgerlich. Seien Sie vorbereitet und informiert, damit Sie oder die beauftragte Firma schnell handeln können, wenn es darauf ankommt.


Sie brauchen richtig gute IT Guys, die Ihre Webseite auf Vordermann bringen oder Ihre IT Probleme lösen? Wir können helfen!

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