Im vorangegangenen ersten Teil habe ich gezeigt, wie ich an einen Blogartikel herangehe: Von der Vorbereitung bis zum Schreiben und Erstellen des Contents. Im zweiten Teil spreche ich von der Überarbeitung des Blogartikels, der sogenannten Redigierarbeit. Auch auf das Thema Suchmaschinen-Optimierung gehe ich kurz ein. Und für alle, die gleich loslegen möchten, gibt es am Ende ein paar typische Blogartikelformen, die ebenfalls behilflich sein können.

Textüberarbeitung: frisch ans Werk

Ich hatte im ersten Teil geraten, den Text nach dem ersten Wurf erst einmal beiseite zu legen. Nehmen Sie ihn am nächsten Tag wieder hervor. Sie lesen ihn dann mit ganz anderen – frischen – Augen. Das Redigieren und Korrigieren wird Ihnen leichter fallen. Beim Überarbeiten sollten Sie alles streichen, was nicht wichtig ist. Weglassen, was nicht relevant ist. Kürzen, was zu lang ist. Das fällt oft nicht leicht, zumal man beim Niederschreiben ja auch um Begriffe gerungen hat. Trotzdem, seien Sie kritisch. Kill your darlings! Formulieren Sie Ihren Text so, dass man ihn gerne liest.

Beim Redigieren und Überarbeiten helfen folgende Grundsätze:
• Machen Sie kurze Sätze.
• Bauen Sie eine Story auf.
• Schreiben Sie so wie Sie sprechen.

Schreiben Sie kurze Sätze

Kurze Sätze zu schreiben, ist manchmal schwieriger als man denkt. Doch der Leser wird es Ihnen danken. Die Einfachheit dient dem Verständnis, die klare Satzstruktur dem Lesefluss: Subjekt, Verb, Objekt. Machen Sie ausserdem bei jedem neuen Gedanken einen neuen Absatz, das hilft dem Leser, Ihnen zu folgen.
Manchmal ist eine Aussage allerdings einfach nicht in einem blossen Hauptsatz auszudrücken. Vermeiden Sie trotzdem verschachtelte Sätze. Kommen Sie auf den Punkt. Und noch was: Verwenden Sie die Aktiv-, nicht die Passivform, denn letztere wirkt gedrechselt und ist beim Lesen hinderlich.

Bauen Sie eine Story auf

Mit Story meine ich natürlich nicht eine Geschichte im «literarischen» Sinn. Wer einen Blogartikel schreibt, erzählt keine Märchen oder Abenteuergeschichten, dafür sind Romane da. Aber beim Blogschreiben bedienen wir uns gewisser Erzähl-Mechanismen, die aus dem literarischen Werkzeugkasten stammen. Das ist mit Story gemeint – oder mit Storytelling, um das Trendwort zu bemühen.

Anfang, Mitte und Ende in Ihrer Story sind zum Beispiel Problemstellung, Lösungsansatz und Lösung des Problems. Der Protagonist Ihrer Story könnten zum Beispiel Sie selber sein. Oder ein Kunde von Ihnen. Oder eine bestimmte Konsumentengruppe. Achten Sie auch auf den Spannungsbogen: Sie stehen vor einem Problem, das Sie zu lösen suchen. Dabei begegnen Sie unterschiedlichen Herausforderungen, die Sie meistern müssen, um am Schluss zur Lösung des Problems zu gelangen. Dieser Aufbau einer Story erzeugt Spannung beim Lesen. Man will ja wissen, wie es ausgeht.

Kontrollieren Sie die Rechtschreibung

Überprüfen Sie Ihren Text mit dem Korrekturprogramm. Auch ein Printout kann gute Dienste leisten, denn auf dem Papier sieht man Fehler oft viel einfacher. Bitten Sie eventuell jemanden, den Text gegenzulesen. So testen Sie auch gleich, ob die Story konsistent und verständlich ist.

Suchmaschinen-Optimierung

Wenn das alles erledigt ist – planen Sie dafür unbedingt genügend Zeit ein! –, dann ist die Arbeit leider noch nicht ganz fertig. Sie haben nun zwar eine Story, die Ihrem idealen Leser vielleicht sogar gefällt. Er müsste sie aber dafür erst lesen, sprich: im Web finden. Damit dies geschieht, muss Ihr Blogbeitrag auch für Suchmaschinen optimiert werden.

Keywords richtig verwenden

Keywords und Suchmaschinen-Optimierung sind eine unendliche Geschichte. Die Experten scheinen sich immer wieder neue Optimierungsmöglichkeiten auszudenken und der Optimierungsprozess ist dadurch nie beendet. Fakt ist, dass es ohne Keywords in Ihrem Blogartikel nicht geht. Googles Suchalgorithmus ist zwar mittlerweile so gut, dass wir uns die Listen mit Suchbegriffen in unseren Blogbeiträgen ersparen können, denn Google findet relevante Texte anhand anderer Kriterien, z.B. sprachliche Qualität und Grammatik. Trotzdem ist es empfehlenswert, sich mal zu überlegen, was für Suchanfragen Ihr Thema haben könnte. Daraus lassen sich Schlüsselwörter generieren, die Sie dann in Ihrem Blogartikel verteilen.

Weniger ist mehr

Übertreiben Sie es nicht mit den Keywords und verwenden Sie sie nicht im Rudel. Bei einer Textlänge von 500 Wörtern genügt je eine Erwähnung. Besser ist es, die Keywords dort einzusetzen, wo sie wirklich hingehören, denn nicht die Häufigkeit, sondern der richtige Ort ist ausschlaggebend. Benutzen Sie Ihre Keywords deshalb
• in der Überschrift,
• in der Einleitung,
• im Lauftext 1x pro 500 Wörter,
• in der URL,
• unbedingt auch im Bild-Dateinamen,
• und im Metatext zum Artikel.

Fazit

Wer sich Beiträge zum Schreiben von Blogposts ansieht, stellt bald fest, dass sich die unterschiedlichsten Autoren im Wesentlichen immer einig sind: Ein guter Blogartikel ist ein klar aufgebauter Text mit einem Anfang, einer Mitte und einem Schluss. Er befasst sich mit einem eng umrissenen Thema und richtet sich an eine definierte Leserschaft. Guter Content bietet immer einen Mehrwert, also etwas, was der Leser am Ende mitnehmen kann. Die Sprache ist verständlich und kompetent. Wo ein Fachausdruck nicht zwingend nötig ist, sollte er durch einen allgemein verständlichen Begriff ersetzt werden. Auch Abkürzungen sollte man möglichst vermeiden.

Der Schluss muss aber nicht immer eine Zusammenfassung wie diese hier sein. Arbeiten Sie auch mal mit Bulletpoints oder erstellen Sie eine Checkliste mit allen wichtigen Punkten, die Sie Ihrem Leser mitgeben möchten. Auch das kann zum Mehrwert beitragen.

Checkliste zum Schreiben eines Blogartikels

• Was ist das Thema?
• An wen richtet sich das Thema? Wer ist mein Leser?
• Recherche: Was wurde zum Thema schon geschrieben?
• Outline: Welche Punkte sind wichtig/will ich behandeln?
• Titel/Arbeitstitel
• Einleitung
• Story
• Fazit/Schluss
• Überarbeitung
• Kurze Sätze, verständliche Sprache, Fachwörter sparsam und passend
• Rechtschreibung!
• Welche Bilder? Sind sie relevant? Habe ich die Hoheitsrechte? Stimmt die Qualität?
• Keywords clever gesetzt?

Es gibt viele Techniken, die den Einstig ins Blogschreiben erleichtern und helfen, das Schreiben zu perfektionieren. Doch am Ende ist die hilfreichste Technik wohl das Üben, denn es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Trauen Sie sich und schreiben Sie. Sie werden sehen, mit der Zeit wird das Bloggen so einfach wie das tägliche E-Mail-Schreiben.

5 typische Artikel-Formen

  1. Problem –> Lösung

    Stellen Sie ein ernsthaftes Problem Ihrer Zielgruppe dar und geben Sie Vorschläge und erprobte Ansätze, wie das Problem gelöst werden kann.

  2. Anleitung

    Ähnlich wie der Problem-Lösungs-Ansatz, aber praktisch mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Also weniger ein Diskussionbeitrag als mehr ein Tutorial. Zum Beispiel: Wie erstelle ich .srl-Dateien auf Youtube für meine Untertitel auf Facebook?

  3. Zusammenfassung

    Schreiben Sie eine verständliche Zusammenfassung eines Buches oder berichten Sie über einen Businessevent, eine Veranstaltung oder einen Film usw. Was waren Ihre Erwartungen? Was haben Sie vorgefunden? Was ist Ihre Meinung dazu, was sind Ihre Learnings?

  4. Listicles und Charts

    Erstellen Sie ein Ranking von dem, was Ihre Zielgruppe interessiert. Zum Beispiel: Vier erprobte Kriterien, guten Content zu beurteilen. Oder die zehn besten Filme aller Zeiten usw. Schreiben Sie Ihre Meinung oder Ihre Kriterien hin, damit der Leser Ihre Sicht nachvollziehen kann.

  5. Trends

    Fassen Sie für Ihre Leser die neusten Trends zusammen. Halten Sie Ausblick aufs Jahr: Was wird Ihre Branche in den nächsten 12 Monaten beschäftigen? Was sind die Herausforderungen? Was die Chancen?

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